Blood after Midnight

Halloween 1982 – in den drei öffentlich-rechtlichen Sendern, die man in seiner Gruft empfangen kann, läuft mal wieder nichts Vernünftiges und die Sender der DDR senden sowieso nichts für Vampirinnen, da die Blutsauger eh alle im Westen (oder in Rumänien) hocken. Da droht man sich glatt zu Untode zu langweilen. Doch Glück im Unglück für Gräfin Katharina von Karnstein, denn ihr Lieblingsonkel hat ihr gerade erst einen Stapel von Betamax-Kassetten direkt aus Transsylvanien (für Transphobe: Siebenbürgen) geschickt. Also Videorekorder angeschmissen und… Lasst den gemeinsamen gruseligen Videoabend mit Filmen von tödlichen Telefonbüchern, schlecht träumenden Werwölfen, sexy Geheimagenten und abstrusen Wesen aus dem fernen Japan beginnen!

Seit jeher war es Markus Nowak aka Dr. Acula ein Anlegen bei jedem B-Film Basterds Festival mindestens einen Film aus dem deutschsprachigen Independent-Bereich zu zeigen und damit auch so etwas wie Nachwuchsförderung zu betreiben. Eine beliebte Tradition, die sowohl beim Publikum („Vampire Vienna“ gewann 2022 den „Golden Ninja Warrior Award“-Publikumspreis) als den Filmschaffenden selbst (nur einer drohte mit einem Anwalt) immer gut ankam. Klar, dass wir diese Tradition auch nach dem Tod von Dr. Acula fortsetzen und was passt da besser, als ein Beitrag aus dem Vampir-Genre? Genauer gesagt ist bei „Blood after Midnight“ zwar nur die Rahmenhandlung (es handelt sich nämlich um einen filmische Anthologie diverser Kurzfilme des Regisseurs Alexander Iffländer) dem Vampirgenre zu zuordnen, aber Gräfin Katharina von Karnstein steht natürlich klar in der Tradition von Elvira und der wilden Hilde.
Und diese führt uns fachlich versiert bei „Blood after Midnight“ durch diverse Faketrailer und Kurzfilme aus dem Hause Iffländer, bei denen es jede Menge lustige Ideen, stimmige Requisiten (Katharinas Sarg ist echt!), einen coolen Soundtrack und sogar Genre-Prominenz in Nebenrollen wie Katja Bienert („Schulmädchenreport Teil 13“, „Die nackten Superhexen vom Rio Amore“, „Praxis Bülowbogen“), Michel Jacot („Lass jucken, Kumpel“, „Liebesgrüße aus der Lederhose“, „Schulmädchenreport Teil 12“) und Rolf Eden („Ich – ein Groupie“, „Das Auge des Bösen“, „Richy Guitar“) zu bewundern gibt. Nicht zu vergessen Karnstein-Darstellerin Katharina Martin, die als Schauspielerin, Sängerin und Comedienne aktiv ist.

Also: Popcorn bereithalten und zurücklehnen für einen irrwitzigen Genretrip!